Eltern als Experten

In einigen Klassen der Schule stellen Eltern derzeit ihren Beruf vor. So auch in der Klasse 4c. Frau Prill war so nett und hat den Anfang gemacht ... Lest doch selbst nach, wie sie es in der 4c gefunden hat. Nach Frau Prills Schilderung findet ihr zudem einen Journalistentext vom Schüler Leander über den Expertenbesuch von Frau Prill. Ihn zu lesen, lohnt auch sehr...

Im „Kreuzverhör“

Wie die 4c mir Löcher in den Bauch fragte und warum ich das toll fand!

 Zugegeben, ich bin ein bisschen aufgeregt. Normalerweise bin ich diejenige, die Fragen stellt. Als Journalistin gehört es zu meinem Job, neugierig zu sein. Selber mal die Interviewte zu sein, ist eine neue Erfahrung für mich und ich bin mächtig gespannt. Was die Kinder der 4c wohl so alles wissen wollen? Jede Menge! Wie ich auf die Idee gekommen bin, Journalistin zu werden, zum Beispiel. Ob mir der Beruf Spaß macht und wie ein normaler Arbeitstag bei mir so aussieht? Die Beantwortung dieser Fragen fällt mir nicht schwer: Journalistin geworden bin ich, weil ich es mag zu schreiben und ich es toll finde, damit auch Geld verdienen zu können. „Ich habe es schon in der Schule geliebt, Aufsätze zu schreiben“, erzähle ich lachend. Ein paar Schülerinnen und Schüler werfen mir skeptische Blicke zu. Aufsätze schreiben? Puh!  Okay, dafür konnte (und kann) ich mit Zahlen überhaupt nicht gut umgehen - Buchstaben sind mir lieber. Deshalb macht mir mein Beruf auch sehr viel Spaß, vor allem, weil ich viele interessante Leute kennenlerne und manchmal hinter Türen schauen kann, die sich sonst nicht so leicht öffnen. Und weil meine Arbeitsalltag jeden Tag anders ist, wird’s nie wirklich langweilig.

 „Was war Ihr witzigstes Interview“, werde ich gefragt. Da muss ich nun tatsächlich überlegen. Oh je, da hat die 4c mich jetzt aber kalt erwischt. An ein ziemlich langweiliges Gespräch kann ich mich erinnern, aber witzig? Hmm. Ich darf die Frage zurückstellen und bin froh, dass ich die nächste wieder prompt beantworten kann. „Mussten Sie bei einem Interview schon mal rülpsen?“ „Nein, zum Glück nicht!“ Viele Finger schnellen in diesen zwei Unterrichtsstunden in die Höhe, die Zeit verfliegt im Nu. Ich bin wirklich beeindruckt und freue mich, dass die Kinder so neugierig sind. Mehr als vierzig Fragen sind es am Ende. Und weil ich wie gesagt neugierig bin, muss ich schließlich selber ein paar loswerden: Wer von euch schreibt denn auch gerne? Könnte sich jemand vorstellen, später mal als Journalist oder Journalistin zu arbeiten? Es sind tatsächlich ein paar, die sich daraufhin melden. Ich erfahre, dass es an der Eibacher Grundschule eine Schulreporter AG gibt. Eine super Sache, wie ich finde, denn je früher man Erfahrungen sammelt, desto besser. Mein Tipp an alle Nachwuchsschreiberlinge: Überlegt euch vorher genau, für wen ihr schreibt. Dann ist es einfacher, sich gute Frage zu überlegen. Eltern möchten bei einem Lehrer-Interview vielleicht lesen, welche Ausbildung die- oder derjenige hat. Kinder dagegen wollen viel lieber etwas über Hobbys, Haustiere oder den Musikgeschmack wissen. Ach ja, fast hätte ich es vergessen: ein witziges Interview ist mir keines eingefallen, dafür eine Reportage über Esel, für die ich einen Nachmittag lang mit den (manchmal echt sturen) Tieren unterwegs war. Das war sehr lustig!

Vielen Dank an Frau Scheuerbrand für die Einladung und vielen Dank, liebe 4c, für euer Interesse und eure Neugier!

 Herzliche Grüße, Manuela Prill

 

Leander aus der Klasse 4c berichtet (Nachtrag zu „Eltern als Experten“)

 Unerschrockener Journalismus

Was ist das? Wie funktioniert er? So viele Fragen hatte die 4c. Zum Glück hatten sie am 1.12.2015 die Chance eine echte Reporterin zu interviewen – sie heißt Frau Prill. Frau Prill schreibt schon seit fünf Jahren für die Nürnberger Nachrichten, Nürnberger Stadtanzeiger, Famos und viele mehr. Oft bekommt sie Aufträge, aber sie kann auch ihre eigenen Ideen verwirklichen. Am liebsten arbeitet sie mit Kindern, aber auch Reportagen machen ihr viel Freude. Früher hat sie Kinokritiken geschrieben, aber sie hat auch schon Eisdielen getestet. Auch nicht so schöne Erlebnisse gehören zu ihrem Job – z.B. Obdachlose zu interviewen. Sie ist Journalistin geworden, weil sie gerne schreibt und auch sehr viel schreibt – manchmal sogar bis in die Nacht ...

Also, wenn du auch gerne schreibst und dir vorstellen kannst für die Zeitung zu schreiben und viel herum kommen willst, dann musst du Germanistik studieren. Erkundige dich! Es ist spannend – glaub mir.